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Letztes Update: Mittwoch, 28. Juli 2010
Informationen zur Infrarot-Fotografie
1. Vorbemerkungen
Die digitale Infrarotfotografie ist nicht nur Schönwetterfotografie und ein sehr grosses Experimentierfeld, sondern sie ermöglicht auch das Festhalten unserer Umwelt in einem Lichtspekrum, welches für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist. Damit können Bilderaussagen von geradezu banalen Motiven extrem gesteigert werden. Es gibt zwar einige grundlegende Verfahrensschritte bei der Aufnahme und bei der digitalen Nachbearbeitung, jedoch können die Ergebnisse je nach Kameratyp, je nach verwendetetem Filter, je nach den Aufnahmebedingungen und je nach der durchgeführten Nachbearbeitung völlig unterschiedlich sein. Als Neueinsteiger in dieses Spezialgebiet der digitalen Fotografie wird man viel Geduld und viel Zeit ( auch bei der digitalen Nachbearbeitung ) mitbringen müssen. Es kann sein, dass die eigene digitale Kamera nur bedingt IR-tauglich und zu allem Ärger auch das verwendete Objektiv für gute IR-Aufnahmen nicht geeignet ist ( Stichwort:Hotspot ). Geben Sie aber nicht gleich auf ! Wenn dann der richtigen "Weg" für Ihre Kamera gefunden wurde, werden auch Sie von dieser Art der Fotografie begeistert sein.
Hat die Infrarotfotografie während des reinen "analogen Zeitalters" nur eine Art Nischendasein in der Fotografie geführt, ist sie heute recht verbreitet. Das hat viele Gründe.
Vorteile der digitalen Infrarotfotografie gegenüber der analogen IR-Fotografie:

  • Man kann die ersten Ergebnisse sofort an der Kamera grob beurteilen.
  • Eine Korrrektur der Belichtungsdaten kann sofort durchgeführt werden.
  • Die Anpassung nach pers. Geschmack ist einfach am Computer durchzuführen.
  • Keine aufwendige Laborarbeit.
Die Regeln der (klassischen) Bildgestaltung sollten bei der Infraotfotografie beachtet werden.
2. Was versteht man unter Infrarotlicht ?
Die Sonne sendet mit dem sichtbaren Licht auch Infrarotstrahlung aus. Diese Strahlung (IR-Strahlung) ist der Teil Spektralbereichs, der zwischen dem sichtbaren Licht und der langwelligeren Mikrowellenstrahlung liegt. Die IR-Strahlung nimmt also den Wellenlängenbereich von ca. 780 nm bis 1000 nm ein.
Wie das sichtbare Licht wird auch das Infrarotlicht von den verschiedensten Materialen reflektiert. Die grünen Blätter von den Bäumen und Gräser reflektieren das infrarote Licht überdurchschnittlich.

Der amerikanische Physiker R.W. Wood hat diesen Effekt bereits 1910 beobachtet und beschrieben. Die Reflexion bei Gräsern und Blättern beruht darauf, dass das in den Zellwänden enthaltenen Chlorophyll das Infrarotlicht fast vollständig reflektieren kann. Damit wird verhindert, dass sich das Blattgrün bei starker Sonneneinstrahlung zu sehr erwärmt und austrocknet.
Je mehr Infrarotstrahlung von einem Objekt reflektiert wird, desto heller wird es auf dem Foto abgebildet - je weniger, desto dunkler. Zwei Objekte, die im normalen Lichtspektrum dieselbe Farbe und Helligkeit besitzen, können im Infrarotbereich ganz unterschiedlich reflektieren.
Folgende Effekte sind mittels der Infrarotfotografie bei bestem Sonnenlicht denkbar:
  • Himmel und Wasserflächen:
  • Das Himmelsblau wird klar und dunkel wiedergegeben. Ein schöner Verlaufseffekt wird dadurch erzielt, dass der Himmel zum Horizont hin aufgehellt erscheint. Das gilt auch für Wasserflächen vorausgesetzt, dass Wasser ist nicht aufgewühlt.
  • Wolken Wolken erscheinen somit auf einem SW-Infrarotfoto vor dem abgedunkelten Himmel sehr klar und deutlich und ergeben einen dramatischen und sehr plastischen Bildeindruck.
  • Blätter / Laub Blätter und Laub werden hell wiedergegeben. Bei tiefstehender Sonne, also in den Morgen- oder Abendstunden erzielt man einen besonderes guten IR-Effekt . Abgestorbenes Laub erscheint dabei völlig dunkel.
  • Dunst / Nebel
  • Infrarotlicht kann Dunst und Nebelschwaden durchdringen. Es werden klare Fotos erhalten. Dieses Durchdringen der Dunst- und Nebelschwaden kann durch Verunreinigung ( Staubpartikel ) in der Luft reduziert werden.
  • Personenaufnahmen
    Nicht empfehlenswert - die Haut wird sehr hell abgebildet. Ergibt eine Art Alabastereffekt.
3. Compakte Kamera oder DSLR für IR-Fotografie ?
Soll die Infrarotfotografie nur nebenbei betrieben werden, ist eine kompakte Kamera vorzuziehen (ich habe eine modifizierte G6). Denn neben der "normalen" Spiegelreflexausrüstung auch noch ein weiteres DSLR-Gehäuse ( mit ausgebauten IR-Sperrfilter also nur für die Infrarotfotografie geeignet ! ) mitzuschleppen, ist neben den erheblichen Anschaffungskosten ein Gewichtsproblem.

Wenn nur gelegentlich Infrarotaufnahmen gemacht werden, reicht die vorhandene DSLR-Ausrüstung aus. Aber auf Grund des eingebauten Infrarotsperrfilters ist die IR-Fotografie (Belichtungszeiten über 1 Sekunde ) nur mit Stativ und bei Windstille möglich. Bedenken Sie bitte auch, dass die IR-Filter für Weitwinkelobjektive mit einem Durchmesser von 72mm weit über 100 Euro kosten.
Die Verwendung einer modifizierten Spiegelreflexkamera ( also ohne IR-Sperrfilter) für die Infrarotfotografie sollte gut überlegt werden. Bitte bedenken Sie, dass der Umbau einer DSLR, also die Entfernung des IR-Sperrfilters zunächst keine besonderen erkennbaren Vorteile bringt. Die Belichtungszeiten sind jetzt natürlich sehr kurz und im Prinzip könnten Sie von Hand aus fotografieren. Allerdings werden Sie bei dem Blick durch den Sucher Ihrer Kamera mit aufgeschraubtem IR-Filter nicht viel sehen.
Denn der Strahlengang durch den Sucher ist ja ein anderer als der zum Sensor hin. So müssen Sie z. B. bei einem 720 nm IR-Filter immer noch mit Stativ arbeiten. Für die Aufnahme ist also zunächst das IR-Filter abzuschrauben, das Motiv und der Bildausschnitt auszuwählen und anschließend wieder das Filter aufzuschrauben. Erst jetzt können Sie den Auslöser betätigen. Dieses umständliche Procedere können Sie nur umgehen, wenn Sie den Umbau der DSLR so vornehmen, dass als Ersatz für das Infrarotsperrfilter ein gleich großer und dicker Infrarotfilter eingebaut wird. Wenn Sie dafür einen speziell zugeschnittenes Infrarotfilter RG 690 verwenden - können Sie natürlich auch weiterhin andere Infrarotfilter einsetzen - allerdings wieder vor das Objektiv geschraubt mit den beschriebenen Nachteilen.
4. Ist Ihre Kamera infrarottauglich ? Der Fernbedienungstest.
Die Infrarottauglichkeit können Sie mit Ihrer Kamera testen: Schalten Sie Ihre Digi-Kamera ein. Richten Sie die Infrarotfernbedienung Ihres Fernsehers auf das Kameraobjektiv. Schalten Sie die Fernbedienung ein. Schauen Sie nun auf das Display Ihrer Digi-Kamera. Die Infrarotdiode Ihrer Fernbedienung sollte nun als roter bis violett/blauer Punkt auf dem Display Ihrer Kamera zu erkennen sein. Wenn nichts zu erkennen ist, ist die Kamera nicht IR-tauglich. In diesem Fall ist vor dem Sensor einen dicker IR-Sperrfilter eingebaut. Solch einen IR-Sperrfilter haben die meisten Digi-Kameras. Sie bewirken, dass die aufgenommen Bilder schärfer wirken, da das Infrarotlicht eine andere Lichtbrechung besitzt als das normale, sichtbare Licht.

Bei Kameras die nicht über einen Live-View-Modus verfügen, machen Sie einige Aufnahmen sowohl mit unterschiedlichen Belichtungszeiten als auch mit und ohne eingeschalteter Fernbedienung. Schauen Sie sich anschliessend die Aufnahmen an. Es sollte ein Unterschied zu sehen sein. Ist mit dieser Methode kein Unterschied zu sehen, dürfte Ihre Kamera nicht für Infrarotaufnahmen geeignet sein.

Bei einem aufgeschraubten Infrarotfilter ( z. B. Hoya IR-Filter RG 720 ) beträgt die Belichtungszeit je nach Kameratyp zwischen 1 - 20 Sekunden bei ISO 100 und Blende 5,6 / 8. Ihre Kamera muß demnach in der Lage sein, lange Belichtungszeiten zuzulassen. Ansonsten bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den internen Infrarotsperrfilter auszubauen. Der Ausbau des Infrarotsperrfilters ist empfehlenswert. Es werden kurze Belichtungszeiten erreicht. Das Fotografieren mit dem aufgeschraubten Infrarotfilter aus freier Hand ist problemlos möglicht. Einzelheiten über den Ausbau des kamerainternen Infrarotsperrfilters erfahren Sie weiter unten.

5. IR-Sperrfilter ausbauen ?
Die Infrarot-Sperrfilter in den Kameras lassen teilweise noch die Möglichkeit zu, unter Verwendung der käuflichen IR-Filter Infrarotaufnahmen durchzuführen. Allerdings ergeben sich Nachteile:
  • sehr lange Belichtungszeiten ( von 1 Sekunde bis 20 Sekunden und länger)
  • ein Stativ ist Voraussetzung
  • Unschärfen durch lange Belichtungszeiten (bei Wind).
  • Die Nachbearbeitung der Aufnahmen kann mühselig sein.
Daher habe ich nach einer digitalen Kamera ohne Infrarotsperrfilter gesucht und - nicht gefunden. Ich suchte einer Kamera, die dann nur noch für digitale Aufnahmen geeignet ist, die keinen internen IR-Sperrfilter vor dem Sensor hat.
Es ist möglich den IR-Sperrfilter auszubauen. Allerdings muss dieser Sperrfilter durch eine entsprechend dicke, absolut plane Glasscheibe ersetzt werden, um den Abstand zwischen Objektiv und Sensor beizubehalten. Auf der Website von www.imagone.de wird der Ausbau eines solchen Sperrfilters Schritt für Schritt beschrieben. Unter photon-hunter.de wird der Umbau (=Ausbau des IR-Sperrfilters) einer Canon 350 D beschrieben.
Nach Durchlesen dieser Artikel habe ich mich entschlossen, den Ausbau an meiner Canon Powershot G 6 nicht selbst durchzuführen. Die Gefahr, dass bei dem Umbau die Kamera als Totalschaden abgeschrieben werden muß, ist für einen Laien doch zu groß. Übrigens: meine Anfragen und Versuche über die Kamerahersteller eine Digikamera ohne den eingebauten IR-Sperrfilter zu erhalten, schlugen allesamt fehl. Die Canon 20 a ( für Astrofotografie) ist mir für die reine IR-Fotografie zu teuer.
Die Infrarotfotografie hat in den letzten Jahren viele begeisterte Anhänger gefunden. Was liegt da näher, als dass sich auch die Industrie mit diesem Hobby ausführlicher befasst ? Einige wenige Firmen und Privatpersonen haben sich inzwischen darauf spezialisiert, den Ausbau des Infrarot-Sperrfilters aus verschiedenen Kameras durchzuführen. So gibt es in den USA eine Firma ( www.livepixel.com ) , die verschiedene Spiegelreflexkameras im Auftrag umbaut. Ist der Umbau selbst nicht billig ( abgesehen von dem Anschaffungspreis der Kamera ) , so sollte man bedenken, dass auf die Einfuhr ( Rückversand ) der umgebauten Kamera Einfuhrzoll erhoben werden kann. Weiterhin sollten Sie noch im Besitz der Originalrechung für Ihre Kamera sein. Ausserdem sind erheblichen Versandkosten ( ca. 100 ? für den Versand in dien USA ) zu zahlen und eine Reihe von Versandpapieren auszufüllen. Es ist ratsam, sich vor dem Versand in die USA bei der zuständigen Zollbehörde zu informieren.
6. Das Clip-Filtersytsem
Eine andere Möglichkeit für modifizierte Kameras, also bei denen der interne Infrarotsperrfilter schon ausgebaut und gegen ein Klarglasfilter ausgetauscht wurde, bietet das Clip-Filter-System der Firma Astronomik, Hamburg. Dabei wird ein Infrarotfilter über eine einfache, aber stabile Klemmvorrichtung vor den Sensor gelegt. Spezielles Werkzeug ist dafür nicht notwendig. Damit ist nun nur ein Filter für alle vorhandenen Objektive, unabhängig von deren Filterduchmesser erforderlich. Derzeit gibt es dieses Clip-System nur für eine Reihe von EOS Kameras der Firma Canon. Nicht eingesetzt werden kann es bei Verwendung von sogenannten EF-S-Objektiven der Firma Canon. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sich das Sucherbild durch den eingebauten Infrarotfilter komplett verdunkelt. Der Bildausschnitt muß daher vor Einsatz dieses Clip-Filters erfolgen. Eine wiederum etwas umständliche Methode. Weitere Informationen gibt?s auf der Webseite des Herstellers: http://www.astronomik.de
7. Filter für die Infrarotfotografie
Für die digitale SW- und Farb-Infrarotfotografie sind Filter notwendig, die nur den unsichtbaren Infrarotanteil durchlassen. Dazu werden auf dem Markt Filter angeboten, die fast ausschließlich das Infrarotlicht durchlassen (Filterbezeichnungen): RG 610, RG 630, RG 645, RG 665, RG 695 (89B), RG 715 (88A), RG 780(87), RG 830(87C), RG 850, RG 1000. Je kleiner die Zahl (Wellenlänge), umso größer ist der Anteil des sichtbaren Lichtes, den das Filter gerade noch durchläßt. Ab ca. 780 nm (RG 78 ) wird von dem Filter nur noch das Infrarotlicht durchgelassen und es werden nun ausschließlich Schwarz-Weiß IR-Aufnahmen entstehen. Diese Aufnahmen haben eine starken Magenta-Farbstich der mit einem Bildbearbeitungsprogramm entfernt werden kann. Der Himmel ist bei diesen Aufnahmen richtig schwarz.
Welchen Filter Sie persönlich für Ihre Digikamera verwenden möchten, kann ich Ihnen nicht sagen. In der digitalen Infrarotfotografie sind die Filter RG(695) und RG (720) am meisten verbreitet. Sie eignen sich sehr gut für die Farb-Infrarotfotografie, da diese noch einen geringen Teil des sichtbaren Lichtes durchlassen. Ausserdem ist es mit diesen Filtern möglich, bei Verwendung einer Spiegelreflexkamera gerade noch durch das Objektiv manuell scharf zu stellen.
Spätestens ab Verwendung eines 780 nm IR-Filters ist ein Stativ auch bei einer modifizierten ( = Infrarotsperrfilter ist ausgebaut) Digi-Kamera erforderlich .

Schraubfilter sind sehr teuer und kosten je nach Filtergewinde bis 180 Euro. Die Einschraubfilter werden aus teurem Spezialglas gefertigt: sie sind mit einer Mehrschichtenvergütung versehen und sind sehr kratzfest. Cokin-Filter bestehen aus einfachem Glas bzw. Kunststoff. Filterhersteller wie B+W, Hoya und Heliopan bieten eine ganze Reihe solcher Filter mit den unterschiedlichsten Filterdurchmesser an. Hier sollte man sich einmal bei den verschiedenen Anbietern im Internet informieren. Gelegentlich werden solche Infrarotfilter auch bei EBAY angeboten. Verwenden Sie für Infrarotaufnahmen eine digitale Spiegelreflexkamera mit verschiedenen Objektiven, so benötigen sie nur ein IR-Filter (auch Schraubfilter ) für den größten Filterdurchmesser. Bei Verwendung der anderen Objektive können Sie dieses Schraubfilter während der Aufnahme einfach vor das Objektiv halten - wobei dies sicher mit Stativ am bequemsten ist.
8. Objektive für die Infrarotfotografie ?
Eigentlich sind alle verwendbar. Leichte Weitwinkelobjektive eignen sich am besten, da IR-Fotografie in erster Linie Landschaftsfotografie ist. Vorausgesetzung: an dem Objektiv kann ein IR-Filter befestigt werden. Wenn nicht, kann man käufliche Filterfolien verwenden. Diese gibt's in der Größe von ca. 100 x 100 mm. Filterfolien ( z. B. Wratten 87 c ) sind deutlich preiswerter als Schraubfilter. Die Filterfolie muß während der Aufnahme vor das Objektiv gehalten werden. Da für die Infrarotaufnahmen mit einer digitalen Spiegelreflexkamera sowieso ein Stativ erforderlich ist, ist diese Art der "Filterhalterung" bestens zu praktizieren. Der Nachteil dieser Filter ist ihre Kratzempfindlichkeit. Alternativ zu Schraubfilter und Filterfolien wäre auch die Anschaffung eines entsprechenden COKIN-Infrarotfilters möglich.
Wichtig:
Bei einigen Objektiven kann es zu einem sogenannten Hotspot kommen !
Dieser macht sich durch einen hellen Fleck in der Bildmitte bemerkbar. Welche Objektive diese Phänomen aufweisen, kann ich nicht sagen.
Auf der Website: www.Infrarotforum.de befindet sich eine Datenbank mit Angaben über ir-taugliche Kameras und Objektive. Dort sind die gängisten Kameras und Objektive aufgelistet, die einen Hotspot bilden oder eben nicht. Viele Internetuser meinen, dass durch eine offene Blende bzw. durch Seitenlicht dieser Effekt verschwindet. Ich selbst habe die Variationen der Blendenöffnungen mit meinem Sigma-Objektiv 16-35mm und meiner Canon 10 D getestet. Auf dem Bild kann man deutlich einen Hotspot erkennen. Über die Ursachen des Hotspots gibt es in den verschiedensten Internet-Foren die unterschiedlichsten Ansichten. Aus Platzgründen ist es unmöglich, die verschiedenen Meinungen zu der Hotspot-Entstehung hier aufzulisten.
9. Scharfeinstellung bei Infrarotaufnahmen ?
1. bei DSLR's ( m i t dem werkseitig eingebautem Infrarotsperrfilter ) :
Das Licht im Infrarotbereich wird anders gebrochen. Infrarotaufnahmen mit Kameras die noch den werkseitig eingebauten IR-Sperrfilter besitzen, werden unscharf. Eine Schärfekorrektur ist notwendig. Besitzt Ihr Objektiv einen IR-Index, sollte dieser für die Scharfeinstellung verwendet werden. Dazu wird die gemessene Entfernung jetzt diesem Index gegenüber gestellt. Damit ist die notwendige Schärfekorrektur vorgenommen.
Neuere Objektive haben leider oft keinen IR-Index mehr eingeprägt. Um hier eine Schärfekorrektur vornehmen zu können, ist der Autofocus der Kamera abzuschalten. Es kann nämlich sein, dass der Autofocus bei einem vorgeschraubten IR-Filter nicht einwandfrei funktioniert. Daher: den AF-Modus ausschalten und fokussieren. Dies hört sich einfacher an als getan. Bei vorgeschraubten IR-Filter mit einer Wellenlänge von 720 nm ist es fast unmöglich eine Scharfeinstellung manuell durchzuführen, da der Filter nur sehr wenig Licht durchläßt. Unter Umständen bleibt nichts anderes übrig, als das Filter abzuschrauben und ohne IR-Filter scharfstellen. Danach muß mit dem Scharfeinstellring des Objektives die Schärfeeben etwas zurück verlegt werden. Um wieviel, muß durch eigene Versuche herausgefunden werden. Und dann - nicht vergessen - vorsichtig das IR-Filter wieder aufschrauben. Auf der Website von www.heinzhanka.com findet man dazu eine interessante Verfahrensweise ( Scharfeinstellung mit der Canon 20D).
2. bei Kompaktkameras ( o h n e dem werkseitig eingebautem Infrarotsperrfilter ):
Bei meiner umgebauten Canon Powershot G6 ( der interne Infrarotsperrfilter wurde ausgebaut und durch eine entsprechend dicke Glasscheibe ersetzt ) stelle ich mit dem AF-System der Kamera scharf. Nach Möglichkeit wird eine Blende von 8 oder kleiner bei ISO 50 verwendet.
10. Was versteht man unter Weissabgleich ?
Lichtquellen haben unterschiedliche "Farbtemperaturen", die in Kelvin (K) gemessen werden. Je niedriger die Farbtemperatur K, desto rötlicher; je höher, desto bläulicher erscheint die Farbgebung. Das Tageslicht hat mit 5500 bis 6500 K eine höhere Farbtemperatur als Glühlampenlicht mit 2800 K oder Halogenlicht mit um die 3000 K. Der automatische Weißabgleich ihrer Kamera ermittelt anhand des Motivs, um welche Lichtquelle es sich handelt, d.h., welche Farbtemperatur erforderlich ist, um eine korrekte Belichtung zu erhalten.
Besonders bei monochromen Motiven, und Motiven, in denen kein Grau oder Weiß enthalten ist, kann es zu Fehlmessungen kommen.
Problematisch wird es, wenn unterschiedliche Lichtquellen ein Motiv ausleuchten. Die Kamera wird sich bei dem automatische Weißabgleich für eine Farbtemperatur entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Farbtemperatur ausgewählt wird, die eben nicht die richtige Farbdarstellung des Fotos trifft, ist äußerst hoch. Ein manueller Weißabgleich ist daher empfehlenswert. Bei einer Digitalkamera kann man die Wirkung des Weißabgleichs auf dem Monitor erkennen.
Für die Infrarotfotografie ist dann ein manueller Weissabgleich erforderlich, wenn die Aufnahmen auch als Farbbilder am PC bearbeitet werden sollen.
11. Der manuelle Weissabgleich
Mit dem automatischen Weissabgleich ihrer Kamera werden sie in der IR-Fotografie nicht viel Freude haben. Natürlich läßt sich auch mit einem Bild wie dem folgenden noch gut per EBV experimentieren. Die Aufnahme wurde mit einem RG 720 Filter mit automatischen Weissabgleich der Kamera durchgeführt. Es wird ein rotes Bild erhalten.
Die Farbe des Bildes wird durch das Infrarotfilter bestimmt. Das zweite Bild links zeigt das Foto so, wie es bei korrekt durchgeführtem Weissabgleich ( kameraseitig, manueller Weissabgleich) und unter Verwendung eines IR -Filters (B+W 092) in der Kamera gespeichert wird. D.h., so würden Sie die Aufnahme anschließend am Display Ihrer Kamera sehen. Mit dieser Aufnahme ist problemlos eine spätere Umwandlung per Bildbearbeitungsprogramm ( Stichwort: Kanaltausch ) möglich. Studieren sie zunächst genau die Kapitel über den mauellen Weissabgleich in dem zu ihrer Kamera gehörenden Handbuch. Prägen Sie sich die dort beschriebenen Arbeitsschritte genau ein.

Der Weißabgleich wird mit dem aufgeschraubten Infrarotfilter durchgeführt. Als Motiv verwende ich einen von der Sonne beschienene, grüne Wiese. Es geht aber auch mit einem hellgrünen bis dunkelgrünen Plakatkarton aus dem Schreibwarenladen.

Achtung: Achten Sie bei dem manuellen Weissabgleich darauf, dass Sonderfunktionen Ihrer Kamera abgestellt sind ( z.B. Fotoeffekte wie Sepiafarben oder Schwarz-Weiss-Aufnahmen etc.) Die Daten dieser Aufnahme müssen sie in der Kamera speichern (Einstellung: benutzerdefiniert). Welche Einstellungen Sie für den manuellen Weissabgleich vornehmen müssen, entnehmen Sie dem Handbuch Ihrer Digi-Kamera. Bevor Sie mit Ihrer Kamera IR-Fotografie betreiben, vergessen Sie nicht, die Kameraeinstellungen so einzustellen, dass die Funktion "Manueller Weissabgleich" aktiv ist. Folgende Einstellungen muss ich bei meiner Canon 10D vornehmen ( der manuelle Weissabgleich ist bereits kameraseitig gespeichert, Stativ und Auslösekabel nicht vergessen !):
  • Hinweis: wenn Sie im RAW-Modus fotografieren ist ein kameraseitiger,manueller Weissabgleichs nicht unbedingt notwendig. Den Weissabgleich können Sie später auch an Ihrem Computer mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm durchführen. Lesen dazu weitere Einzelheiten weiter unten.
  • Einstellung des manuellen Weissabgleichs.
  • Auf RAW-Formats einstellen - wenn möglich.
  • Einstellung auf ISO 200 ( kein Bildrauschen bei der 10D! ) oder kleiner.
  • Nicht vergessen: IR-Filter an das Objektiv schrauben.
Das obige Bild nun noch nach der Nachbearbeitung am PC. Die Nachbearbeitung in Photoshop beschränkte sich auf eine manuelle Tonwerkkorrektur, dem notwendigen K a n a l t a u s c h der Farbkanäle Blau und Rot ( in einem Schritt, also nicht zwischendurch speichern ! ) und einem vorsichtigen Nachschärfen z. B. per Hochpaßfilter. Bitte beachten Sie dabei, dass IR-Aufnahmen schon von Natur aus zu einem Weichzeichnungseffekt neigen, der natürlich nicht durch Nachschärfen korrgiert werden kann.
12. Nachbearbeitung in Photoshop
Nachfolgende Bearbeitungsschritte setzen voraus, dass Sie den Weissabgleich mit Ihrer Kamera durchgeführt haben. Das zu bearbeitende IR-Bild laden Sie in Photoshop hoch. Sie werden vermutlich ein rotes bis dunkelrotes Bild auf dem Monitore sehen.
Enttäuschung:Photoshop übernimmt den kamerseitig durchgeführten Weissabgleich nicht bei RawDateien ! Der manuell erstellte Weissabgleich wird von Photoshop ignoriert ! D.h., den kamerseitig durchgeführten Weissabgleich kann man sich bei dem Arbeiten mit RAW-Dateien ersparen. Denn das Foto ( RAW-Datei ) wird in Photoshop in einem Rot- bis Magentaton angezeigt. Der manuell, kameraseitig erstellte Weissabgleich wird nur bei JPEG- oder TIFF-Dateien in Photoshop angezeigt. Bei den RAW-Dateien erledigt erst die Software den Weissabgleich.
Öffnen Sie dazu in dem RAW-Konverter von Photoshop den ANPASSEN-Bereich rechts im Dialogfeld und prüfen Sie zuerst das Klappmenü WESSBALANCE. Testen Sie dort zuerst die Vorgabe: WIE AUFNAHME. Photoshop greift auf die Weissabgleichsdaten Ihrer Kamera zurück. Bei RAW-Dateien weicht Photoshop auf die AUTOMATIC (Auto) aus. Auto erzeugt eine Farbabstimmung auf Basis einer Bildanalyse durch Photoshop. Führen sie folgende Schritte nacheinander durch:
  • Führen Sie eine automatisch Tonwertkorrektur durch.
  • Öffnen Sie das Fenster "Kanalmixer" und führen Sie den Kanaltausch wie folgt durch.
  • Roter Kanal:setzen Sie die Farbe Rot auf 0 % und Blau auf 100%.
  • Blauer Kanal:setzen Sie die Farbe Blau auf 0% und Rot auf 100%.
  • Führen Sie nun eine Zwischenspeicherung durch.
  • Rufen Sie das Fenster: "Farbton/Sättigung" auf.
  • Setzen Sie die Sättigung für Rottöne und Magentatöne auf:0%.
  • Durch Setzen der Sättigung für Rottöne und Magentatöne auf 0% werden weisse Flächen entfärbt.
  • Durch Reduktion der Labhelligkeit für Blautöne erhalten blaue Farbflächen einen dunkleren Ton
Das sind nur Beispiele. Je nach den Aufnahmebedingungen des IR-Bildes müssen Sie mit dem Kanalmixer bzw. mit der Option "Farbton/Sättigung" experimentieren. Es kann z.B. sein, dass der Kanaltausch nicht mit den 100%-Angaben einwandfrei funktioniert und Sie andere Werte ausprobieren müssen.
13. Manueller Weissabgleich mit Photoshop (CS2) im RAW-Format
Vorbemerkungen: Falls Sie den Weissabgleich mit Ihrer Kamera nicht durchgeführt haben, ist dieser auch nachträglich per EBV möglich. Die Kamera muß aber in der Lage sein, Fotos im RAW-Format zu speichern. Das RAW-Format erspart Ihnen die Durchführung eines kameraseitigen Weissabgleiches. Da nicht alle RAW-Konverter die Weissabgleichsdaten aus RAW-Dateien auslesen, dass ist z. B. bei PS-CS2 der Fall, ist es sinnvoll den Weissabgleich nachträglich durchzuführen. Bei CS 3 wird sowohl in dem "Bridge"-Modul als auch in dem RAW-Konverter der manuelle WA berücksichtigt. Nicht berücksichtigt wird der WA allerdings von RAW-Datenfiles, die mit der CANON-Powershot G2 - also einem recht alten Modell - erstellt wurden.
Wer kein Photoshop hat, kann den Weissabgleich der RAW-Datei auch nachträglich z.B. mit der CANON - Digital Photo Professional -Software oder mit Raw Shooter Essentials durchführen. Beide Programme können kostenlose heruntergeladen werden. Bei JPG-Dateien wird der Weißabgleich mit den Bildern gespeichert und kann daher nachträglich nicht mehr verlustfrei geändert werden.
Darstellung eines RAW-Bildes mit kamerseitig durchgeführtem Weissabgleich.
Links: Anzeige im CANON File Viewer Utility
Rechts: Anzeige im RAW-Konverter von Photoshop CS 2
Die Übernahme der Weissabgleichsdaten erfolgt durch Photoshop nur bei JPEG- und TIFF-Dateien. Bei RAW-Dateien wird in Photoshop das Bild wieder in einem Rot- bis Magentaton angezeigt. Wenn man eine entsprechende Datei (RAW-Format ) in Photoshop (bzw.RAW-Konverter) hochlädt, kann diese im ANPASSEN-Bereich, rechts im Dialogfeld überprüft werden. Dazu wird zuerst das Klappmenü WESSBALANCE geöffnet. Dort kann nun mittels Vorgabe: WIE AUFNAHME der Weissabgleich überprüft werden. Bei RAW-Dateien weicht Photoshop auf die AUTOMATIC ( Auto ) aus, d.h. es erfolgt eine Farbabstimmung auf Basis einer Bildanalyse durch Photoshop. Ergebnis: Rot- bzw. Magentastich ! Der Weissabgleich ist futsch.
Links: Roter Kanal auf Blau setzen (100%)
Rechts: Blauer Kanal auf Rot ( 100%) setzen.
Bei RAW-Dateien kann der Weißabgleich problemlos nachträglich am PC erfolgen. Das zu bearbeitende IR-Bild muss im RAW-Format in Photoshop hochgeladen werden. Das IR-Bild wird einen kräftigen Magenta- oder Rotstich aufweisen. Führen sie folgende Arbeitsschritte nacheinander durch.
  • Kamera auf automatischen Weissabgleich stellen
  • Foto mit aufgesetztem IR-Filter im RAW-Modus machen
  • RAW-Datei in Photoshop hochladen (RAW-Konverter).
  • Im RAW-Konverter mit der Pipette den Punkt auf dem Bild auswählen, der weiß sein soll. Die Pipette also auf diesen Punkt setzen. In diesem Fall suchen Sie sich auf Ihrem Foto einen Bereich aus, der ein mittleres Rot bzw. Magenta aufweist. Es kann sein, dass Sie mit dem ersten Ergebnis nicht zufrieden sind. Wiederholen Sie den Vorgang solange, bis das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht.
  • Der Rot- bzw. Magentastich dürfte nun verschwunden sein. Das Foto weist natürlich immer noch einen Farbstich auf. Sie Bild 2 unten.
  • Rufen Sie die TIFF-Datei auf.
  • Führen Sie den Kanaltausch wie weiter oben beschrieben durch.
  • Rottöne und Magentatöne können Sie anschließend wie oben beschrieben entfernen
Bild 1: IR-Foto im PS-CS2 RAW-Konverter.
Bild 2: Bild 1 nach Weissabgleich, Umwandlung in TIFF-Format u.autom. Tonwertkorrektur.

Bild 3: Bild 2 nach Kanaltausch
Bild 4: Bild 3 nach selectiver Farbkorrektur: gelb = -50 %.
Das sind nur Beispiele. Je nach den Aufnahmebedingungen des IR-Bildes müssen Sie mit dem Kanalmixer bzw. mit der Option "Farbton/Sättigung" experimentieren.
14. Kanaltausch mit Alphakanälen
Das Channel-Shiftung (= blauen und roten Kanal vertauschen ) geht auch mit den Alphakanälen von Photoshop. Wie viele wiederkehrende Arbeiten in Photoshop kann man auch diese Bearbeitungsvorgänge als Aktion in Photoshop speichern. So geht's:
  • Bild hochladen.
  • Kanalpalette öffnen.
  • Neuen, leeren Alphakanal anlegen.
  • Roten Kanal auswählen und ausschneiden.
  • In leeren Alphakanal einfügen, der rote Kanal ist nun leer.
  • Blauen Kanal auswählen und ausschneiden.
  • Zum leeren Rotkanal wechseln und einfügen.
  • Nun zum Alphakanal wechseln, alles auswählen und ausschneiden.
  • Zum leeren Blaukanal wechseln und alles einfügen.
  • Den nun leeren Alphakanal löschen.
15. IR-Fotos mit Photoshop ( Version CS2 ) - ohne IR-Filter
Die Infrarotfotografie ist ein weites Experimentierfeld. Für Fotografen, die einfach mal etwas IR-Foto-Stimmung erfahren wollen, kann man den IR-Effekt mit einem guten Bildbe- arbeitungsprogramm simulieren. Voraussetzung dafür ist ein Farbfoto mit viel Grün.
  • Bild hochladen.
  • Mit Strg+A, Strg+ X, Strg+V eine Hintergrundebene anlegen.
  • Ebene 1 umbenennen in "Orginal" = Sicherheitskopie.
  • Ebene "Original" duplizieren und diese Ebene umbenennen in "Ebene 1".
  • Für "Ebene 1" neue Einstellungsebene "Kanalmixer" erstellen ( Bild->Anpassen->Kanalmixer ).
  • Im Kanalmixer die Option "Monochrom" mit einem Häckchen versehen.
  • Den Blau-Kanal auf -200% setzen.
  • Den Grün-Kanal auf +200% setzen
  • Eventuell sind die drei Werte zu verändern, dies hängt vom pers. Geschmack ab.
  • Gegebenenfalls mit dem Schieberegler "Konstante" vorsichtig die ausgefressenen, weissen Stellen korrigieren.
  • Neue Einstellungsebene "Gradationskurve" erstellen.
  • Nun im oberen, rechten Bereich den blauen Kanal bearbeiten, damit dunkle Ränder entfernt werden und der Himmel möglichst dunkel erscheint.
  • Neue Ebenen auf Hintergrundeben reduzieren.
  • Gegebenfalls im Lab-Modus mit der Hochpaßfiltermethode etwas nachschärfen.

Bild 1: Originalfarbbild.
Bild 2: Nach Umwandlung per Kanalmixer und Nachschärfen.
Die notwendigen Einstellungen des Kanalmixers variieren von Bild zu Bild. Es ist viel Experimentierfreude angesagt. Letzendlich kann das Ergebnis mit einem wirklichen Infrarotbild - aufgenommen im SW-Modus, oder umgewandelt von einem Infratfarbbild in den SW-Modus - nicht mithalten. Z. B. ist es nicht möglich den Dunst im Himmel auf diese Art und Weise zu entfernen. Gerade "echte" ( digital/analog) erstellte Infrarotbilder begeistern durch die Klarheit des Himmels. Ausserdem scheint sich die Bildqualität durch diese Bildmanipulationen zu verschlechtern.

Bild 3 und 4: Beide Bilder mit anderen Einstellungen des Kanalmixers
Einige Bildbearbeitungsprogramme haben entsprechende Funktionen zum Erstellen des IR-Effektes. Weiterhin gibt es Plug-Ins für Photoshop, die diesen IR-Effekt simulieren. Auch hier ist Einarbeitungszeit und Experimentierfreude mit den verschiedenen Schiebereglern erforderlich. Da sich das Ergebnis nicht wesentlich von der Methode "Kanalmixer / Photoshop" unterscheidet, halte ich den Kauf dieser Plug-Ins für überflüssig.
Man kann mit diesen SW-Bildern sehr gut experimentieren. Z. B. ist es möglich, sogenannte kombinierte Infrarotbilder zu gestalten. Die Aufnahmen müssen von einem Stativ durchgeführt werden und zwar einmal als Infrarotaufnahme ( also mit Infrarotfilter ) und anschließend ohne IR-Filter. Das Stativ sollte dabei nicht verstellt werden ! Die Nachbearbeitung erfolgt am Computer mit z. B. Photoshop. Bei dem IR-Bild werden die üblichen Bearbeitungsschritte durchgeführt:
- Tonwertkorrektur,
- Kanaltausch,
- Farbsättigung etc..
Das IR-Bild wird auf eine Ebene gesetzt und das normal belichtete Bild ebenfalls auf eine Ebene. Die beiden Bilder müssen deckungsgleich übereinanderliegen ! Nun kann man mit der Deckkraft der Ebenen spielen und z. B. bestimmte Bereiche wegradieren. Dadurch werden Bildbereiche mit hoher IR-Intensität oder Bereiche, in denen das natürlich Bild stark zur Geltung kommt, hervorgehoben bzw. abgedeckt. Natürlich werden diese Bilder nicht nur Zustimmung finden. Aber Hauptsache es gefällt einem persönlich. Wenn Sie darüber mehr erfahren möchten, schauen Sie einmal auf die Website von http://photo.frantzen.de/ir_tipps4.htm">. Die folgende Webseite bietet dazu auch interessante Vergleiche: http://www.fk-jena.de/_private/ir4.html">.
 
Linkes Bild (1): Originalbild
Rechts Bild (2): SW-Infrarotbild- hergestellt mit Corel-Paint aus dem Original-Bild
Beide Bilder werden nun in Photoshop als Ebenen übereinandergelegt und nach Einstellung einer mittleren Deckkraft sowie der Fülloption "Weiches Licht" auf eine Ebene reduziert. Das Ergebnis sieht so aus:
16. IR-Fotos mit Photoshop ( Version CS3 ) - ohne IR-Filter
In Photoshop CS 3 wurde der Kanalmixer ( Hauptmenü->Bild->Anpassungen->Kanalmixer) durch eine Reihe von Optionen in einer Auswahlliste erweitert. In dieser Auswahlliste wird auch die Option: Schwarzweis-Infrarot angeboten.
Achten Sie auf die Stellung der Schieberegler.

Diese Einstellungen werden von CS 3 angeboten. Auch hier ist Experimentierfreude angesagt. Der Schieberegler für Grün sollte in der angezeigten Stellung bleiben ( +200% ). Mit dem Schieberegel für Rot sollten Sie ein wenig experimentieren.
 
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