Letztes Update: Mittwoch, 28. Juli 2010
Informationen zur Langzeitbelichtung
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1. Vorbemerkungen
Neutralgraufilter werden in Regel nach ihren Filterfaktoren benannt: Ein 2fach-Filter halbiert die einfallende Lichtmenge, ein 4fach-Filter viertelt sie und so weiter. Alternativ werden vor allem bei stärkeren Graufiltern auch die optischen Dichten (OD oder ND) angegeben. Die Bezeichnungen werden somit für den Laien etwas unübersichtlich, ja verwirrend. Mehr dazu unter Punkt 2.4..
Nachfolgende einige Beispiele für die Anwendung von Neutralgraufilter bei Tageslicht:
Neutralgraufilter sind meistens gleichmäßig und neutralgrau eingefärbte Glasscheiben ( aber auch Kunststoffscheiben ), die vor das Objektiv geschraubt bzw. gesteckt werden, um eine Abdunklung im Bild zu erzeugen.
Neutral sind die Filter im eigentlich Sinne erfahrungsgemäß nicht. Besonders Neutralgraufilter mit höheren Dichten neigen dazu einige Farbspektren zu filtern. Dieser Effekt führt dann dazu, dass die Bilder einen deutlich warmen Farbton erhalten. Ist dieser Farbton nicht erwünscht, so ist es kein Problem per Weissabgleich diesen Farbton ( z. B. im Photoshop-RAW-Konverter ) wieder zu entfernen.
Die Filter können bei einigen Firmen wie Heliopan oder Hoya auch direkt bestellt werden.
http://www.graufilter.de/
2.4. Die Bezeichnung und die verschiedenen Stärken eines Graufilters
Quelle: hhttp://www.heliopan.de/
Nachfolgend die Filterbezeichnungen der Firma B+W bzw. Schneider Kreuznach :
Die Tabelle stellt die Begriffe Filterfaktor, Blendenstufe und Dichte gegenüber.
Quelle: http://www.schneiderkreuznach.com/fotofilter/graufilter.html
Die Wirkung zweier Filter ergibt sich aus der Addition der Dichtewerte, z. B. die Graufilter 101 und 102 haben eine gemeinsame Dichte von 0,9 und entsprechen damit der Wirkung des Graufilters 103. Die Graufilter dürfen nicht zur visuellen Sonnenbeobachtung benutzt werden ? Erblindungsgefahr ?, da sie dafür zu stark infrarotdurchlässig sind.
Ab einer Dichte von 3 ( Neutralgraufilter ND 3 mit einer Verlängerungsfaktor von 1000 ) sind die Filter nahezu schwarz d.h. undurchsichtig. Eine Scharfeinstellung mittels Autofocus ist nicht möglich. Die Scharfeinstellung muß hier ohne aufgeschraubten Graufilter erfolgen.
Der Filterfaktor gibt also die Zahl an, mit der die ( ohne aufgeschraubtem Filter gemessene ) Verschlusszeit multipliziert werden muß, um den Lichtverlust durch einen Neutralgraufilter ausgleichen.
Rechenbeispiel:
Die ohne Filter gemessene Belichtungszeit beträgt: 1/125 Sekunde
Das Neutralgraufilter (ND 3) hat den Filterfaktor: 1000
Damit errechnet sich die Belichtungszeit mit vorgeschraubtem Neutralgraufilter wie folgt:
D = die Filterdichte
E0 = die eingestrahlte Lichtmenge
E = die durchgelassene Lichtmenge
Eine Dichte von 1 ist 101: Es geht 1/10 des Lichts durch den Filter. Bei der Dichte 2 geht 1/100 durch den Filter (102 = 100) und bei der Dichte 3 1/1.000 (103 = 1000).
2.5. Schraubfilter oder COKIN-System ?
2.6. Das notwendige Zubehör
Es kostet nur Eindrittel des Preises, den man für das Originalgerät von Canon bezahlen muß. Alle Funktionen kann man einzeln und in beliebiger Kombination nutzen. Der Timer lässt sich sekundengenau einstellen, z.B. eine Aufnahme alle 4 Sekunden oder eine Auslösung mit einer 37-sekündigen Verzögerung. Der Timer hat einen zweistufigen Auslöseknopf. Beim ersten Druckpunkt fokussiert die Kamera, beim zweiten löst sie aus. Für manuelle Langzeitbelichtungen lässt sich der Auslöser mit einem Schieber arretieren. Dann zählt die Stoppuhr des Timers aufwärts bis die Aufnahme beendet wird. Einfache, intuitive Program- mierung. Die Bedienung ist unkompliziert und schnell zu erlernen, denn die verschiedenen Modi lassen sich ganz einfach über die Cursor-Tasten anwählen und programmieren.
2.7. Durchführung einer Langzeitbelichtung mit einem Neutralfilter
Stellt man auf einen Gegenstand scharf, der näher liegt, dann ergibt sich bei ganz entfernten Gegenständen (unendlich...) die Bildschärfe. Wird umgekehrt auf einen Gegenstand jenseits der hyperfokalen Distanz scharfgestellt, dann "verschenkt" man im näheren Bereich entsprechende Bildschärfe. Dieser Fehler tritt häufig auf, wenn bei Landschaftsaufnahmen auf einen weit entfernt liegenden Punkt (quasi unendlich) fokussiert wird. Details im näherliegenden Bereich wirken dann leicht unscharf.
Dieser Schärfebereich ist abhängig:
Die Formel zur Berechnung der hyperfokulen Distanz lautet:
3.3. Die DoF- ( Depth of Fields) Tabelle - Ermittlung der hyperfokalen Distanz
Die Ermittlung und das Arbeiten mit der Hyperfokalen Distanz macht nur Sinn bei bei kurzen Brennweiten. Bei Teleobjektiven wird bekanntlich der Schärfebereich sehr klein. Da ist eine Einstellung der hyperfokalen Distanz nicht mehr von Nutzen.
Auf der Webseite www.dofmaster.com kann man sich eine Tabelle mit seinen Kamera- und Objektivwerten erstellen. Dazu muß das bereitgestellte Programm DOFmaster Hyperfocal Chart heruntergeladen werden. Sie können mit dem Programm ein Tiefenschärfe-Diagramm nach Ihren Angaben generieren und ausdrucken. Unterstützt werden die Brennweiten zwischen 1 mm und 1.000 mm sowie Blendenwerte bis zu f / 64. Die Tiefenschärfe kann sowohl in Feet (ft.) oder in Meter (m) ausgedruckt werden. Wie zu erkennen ist, werden in die Berechnung Filmformat bzw. Sensorgröße mit einbezogen, sei es 35-mm-Kleibildfilm, APS-, 6x6"-, 6x7"-, 6x9"-, 4x5"-, 5x7"- oder 8x10"-Mittelformat.
Ermittelte hyperfokale Distanz : 11,5 Meter. Dieser Wert ist nun an Ihrem Objektiv einzustellen. Damit haben Sie dann eine durchgehende Tiefenschärfe von 11,5 Metern bis Unendlich.
3.4. CANON's Versuch mit Hilfe des A-DEP-Modus Schärfentiefe zu erzielen
Sicher haben Sie schon Fotos von Bächen und Flüssen gesehen, auf denen Wasser zu fließen scheint und geradezu ein metallisches Aussehen hat. Mit der richtigen Technik und dem richtigen Zubehör sind diese Fotos relativ einfach zu erstellen. Nachfolgend möchte ich Ihnen diese Technik erklären so, dass Sie - vorausgesetzt - Sie verfügen über eine entsprechende Kamera-Ausrüstung und dem notwendigen Zubehör, solche Aufnahmen auch erstellen können.
Ohne Zweifel gehört die Langzeitbelichtung zu einem der interessantesten, anspruchsvollsten und aufregensten Kapitel der Fotografie überhaupt und der digitalen Fotografie im besonderen. Mit Aufkommen der digitalen Fotografie hat das Thema Langzeitbelichtung wieder einen besonderen Stellenwert erhalten. Lässt doch die digitale Fotografie eine sofortige Kontrolle des gerade aufgenommenen Fotos am Monitor der Kamera zu.
Ausserdem stellt die Langzeitbelichtung ein sehr grosses Experimentierfeld für alle kreativen Fotografen dar. Nichts ist unmöglich. Selbst Belichtungszeiten über mehrere Stunden lassen sich relativ einfach bewerkstelligen. Ich möchte Sie für diese Art der Fotografie begeistern. Wenn Sie eine geeignete Kamerausrüstung mitbringen und Geduld und Ausdauer besitzen, werden auch Sie Ihre bekannten und weniger bekannten Motive in einer ganz anderen Schönheit entdecken.
2. Langzeitaufnahmen bei Tageslicht mit einem Neutralgraufilter
Ohne Zweifel gehört die Langzeitbelichtung zu einem der interessantesten, anspruchsvollsten und aufregensten Kapitel der Fotografie überhaupt und der digitalen Fotografie im besonderen. Mit Aufkommen der digitalen Fotografie hat das Thema Langzeitbelichtung wieder einen besonderen Stellenwert erhalten. Lässt doch die digitale Fotografie eine sofortige Kontrolle des gerade aufgenommenen Fotos am Monitor der Kamera zu.
Ausserdem stellt die Langzeitbelichtung ein sehr grosses Experimentierfeld für alle kreativen Fotografen dar. Nichts ist unmöglich. Selbst Belichtungszeiten über mehrere Stunden lassen sich relativ einfach bewerkstelligen. Ich möchte Sie für diese Art der Fotografie begeistern. Wenn Sie eine geeignete Kamerausrüstung mitbringen und Geduld und Ausdauer besitzen, werden auch Sie Ihre bekannten und weniger bekannten Motive in einer ganz anderen Schönheit entdecken.
Belichtungszeit: 8 sec; Blende 11; ISO 100; Brennweite: ca. 40 mm

Belichtungszeit: 20 sec; Blende 16; ISO 100; Brennweite: ca. 20 mm
Zuerst sollte man überlegen, welche Verschlusszeiten erreicht werden sollen. Für Baumkronen, die sich im Wind bewegen, oder aufgewirbeltes Laub sind nur wenige Sekunden ausreichend, da sonst sind die bewegten Objekte durch den Wischeffekt der Langzeitbelichtung nicht mehr zu erkennen sind.
Für die Darstellung von verwischten Wasserfällen kann eine Verschlusszeit von wenigen Sekunden ausreichend sein. Längere Verschlusszeiten lassen auch hier die Strukturen immer mehr verschwinden, sodass der Eindruck von Nebel oder flüssigem Metall entsteht. Solche Bilder sind sicher nicht jedermanns Geschmack. Auf mich jedenfalls, wirken sie ungemein faszinierend.
2.1. ISO-Zahl, Blende und Belichtungszeit
Für die Darstellung von verwischten Wasserfällen kann eine Verschlusszeit von wenigen Sekunden ausreichend sein. Längere Verschlusszeiten lassen auch hier die Strukturen immer mehr verschwinden, sodass der Eindruck von Nebel oder flüssigem Metall entsteht. Solche Bilder sind sicher nicht jedermanns Geschmack. Auf mich jedenfalls, wirken sie ungemein faszinierend.

Belichtungszeit: 0,8 sec; Blende 9; ISO 100;
Auch bei der folgenden Aufnahme war natürlich ein Stativ notwendig, ein Neutralgraufilter aber nicht.

Belichtungszeit: 5 sec; Blende 16; ISO 100;
Die folgende Aufnahme wurde zu Testzwecken mit einem Neutralgraufilter ND4 (Verlängerungsfakor 10 000) durchgeführt. Mit sieht dem Bild sehr deutlich an, wie sich bei solch langen Belichtungszeiten der Wischeffekt darstellt.Dieser Effekt von flüssigem Metall ist gut zu erkennen und sicher nicht jedermanns Geschmack.

Belichtungszeit: 118 sec; Blende 8; Neutralgraufilter ND4 ; ISO 100;
Für die "Glättung" einer aufgewühlten Meeresküste sind mehr als 10 Sekunden Belichtungszeit notwendig. Hier ist der Einsatz eines Graufilters unbedingt notwendig.

Belichtungszeit: 15 sec; Blende 16; Neutralgraufilter ND3 ; ISO 100; Brennweite: ca. 80 mm
Bei normalen Tageslicht sind solche verwischten Aufnahmen mit einer ISO-Zahl von 100, und einer Blendenzahl von 16 sicher kaum zu bewerkstelligen, da die Belichtungszeit nur Bruchteile einer Sekunde beträgt. Durch Aufsetzen eines Polfilters kann man nun versuchen, die Belichtungszeit zu verlängern. Lesen Sie aber dazu die Anmerkungen unter Punkt 2.1. Ob damit der gewünschte Effekt erreicht wird, hängt z. B. von der Fließgeschwindigkeit des Flusses ab. Ich persönlich verwende lieber ein Neutralgraufilter ( ND 3 ) mit dem Verlängerungsfaktor 1000. Damit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Eine Änderung der ISO-Zahl ergibt zusätzlichen Spielraum hinsichtlich Belichtungszeit und Blende .
Ein entscheidender Parameter zur Steuerung der Blende und Belichtungszeit ist die ISO-ZAHL. Ein Begriff der noch aus der analogen Zeit der Fotografie stammt und ein Maßstab für die Empfindlichkeit eines Filmes darstellt. Für die korrekte Belichtung eines Filmes ist eine bestimmte Lichtmenge notwendig. Diese Lichtmenge hängt von der Lichtempfindlichkeit eines Filmes ab. Je empfindlicher ein Film ist, umso geringer ist die Lichtmenge, die für eine korrekte Belichtung eines Filmes notwendig ist. Um nun unterschiedliche Filme miteinander vergleichen zu können, hat eine Internationale Kommission (International Standardization Organisation = ISO, Webseite:http://www.iso.org/iso/home.htm ) die sogenannten ASA-und DIN -Werte für Filme kreiert. Die ISO-Zahl wurde für die digitale Fotografie übernommen. Sie stellt nun einen Maßstab für die Empfindlichkeit des Sensors dar.
Wichtig für das Verständnis über das Zusammenspiel von ISO-Zahl, Blende und Belichtungszeit ist, dass mit Verdopplung der ISO-Zahl ( z. b. von ISO 100 auf ISO 200 ) die benötigte Lichtmenge für eine korrekte Belichtung oder die Belichtungszeit um die Hälfte reduziert werden muß.
Diese nachfolgfende Tabelle zeigt tabellarisch das Zusammenspiel von ISO-Zahl, Blende und Belichtungszeit.
Zur Erläuterung: alle Belichtungszeiten im Schnittpunkt von Blende und ISO-ZAHL ergeben unter der Voraussetzung, dass die Lichtverhältnisse gleich bleiben jeweils ein gleichmäßig belichtetes Foto.
Anders formuliert: wird die ISO-Zahl verdoppelt, halbiert sich die Belichtungszeit bei gleichbleibender Blendenzahl.
ISO 100 und mit einer Belichtungszeit von 1/250 sec bei Blende 5,6 ergibt bei ISO 200 Blende 5,6 mit einer Belichtungszeit von 1/500 sec.
2.2. Reicht ein Polfilter aus ?
Wichtig für das Verständnis über das Zusammenspiel von ISO-Zahl, Blende und Belichtungszeit ist, dass mit Verdopplung der ISO-Zahl ( z. b. von ISO 100 auf ISO 200 ) die benötigte Lichtmenge für eine korrekte Belichtung oder die Belichtungszeit um die Hälfte reduziert werden muß.
Diese nachfolgfende Tabelle zeigt tabellarisch das Zusammenspiel von ISO-Zahl, Blende und Belichtungszeit.
| Blende | ISO 100 | ISO 200 | ISO 400 |
|---|---|---|---|
| 2,8 | 1/500 sec. | 1/1000 sec. | 1/2000 sec. |
| 4.0 | 1/250 sec. | 1/500 sec. | 1/1000 sec. |
| 5.6 | 1/125 sec. | 1/125 sec. | 1/500 sec. |
| 8.0 | 1/60 sec. | 1/125 sec. | 1/250 sec. |
| 11 | 1/30 sec. | 1/60 sec. | 1/125 sec. |
| 16 | 1/30 sec. | 1/30 sec. | 1/60 sec. |
| 22 | 1/15 sec. | 1/15 sec. | 1/30 sec. |
ISO 100 und mit einer Belichtungszeit von 1/250 sec bei Blende 5,6 ergibt bei ISO 200 Blende 5,6 mit einer Belichtungszeit von 1/500 sec.
Ein aufgesetztes Polfilter ( mit einem Verlängerungsfaktor von 1, 4 bis 2, 8 ) kann nicht in allen Fällen zu dem gewünschten Wischeffekt bei Langzeitaufnahmen am Tage führen, da nicht die notwendige, längere Belichtungszeit erreicht wird. Polfilter haben ausserdem den Nachteil, dass das Licht polarisiert wenn man eine Lichtreduktion von etwa zwei Blenden haben möchte. Dieser Polarisationseffekt ist aber nicht immer gewünscht. So ist bei Aufnahmen von fliessenden Gewässern durchaus die Reflektion auf dem Wasser bildwirksam und damit ein gestalterisches Element. Ein zugegedrehtes Polfilter würde diesen Effekt jedoch eleminieren.
Vielfach lassen sich erst die gewünschten Wischeffekte bei Belichtungszeiten von 10 Sekunden oder mehr erzielen.
2.3. Was sind Neutralgraufilter ?

Belichtungszeit: 30 sec; Blende 16; Neutraklfilter ND3; ISO 100; Brennweite: ca. 21 mm,
Weissabgleich an der Kamera eingestellt auf: Schatten
Weissabgleich an der Kamera eingestellt auf: Schatten
2.3.1.Neutralgraufilter:
Neutralgraufilter sind für die Durchführung von Langzeitaufnahmen bei Tageslicht notwendig, denn nicht bei allen geeigneten Motiven reicht eine kleine Blende aus. Ein Graufilter, auch Neutraldichte-Filter genannt, verringert die Lichtmenge, die durch ein Objektiv fällt. Dabei bleibt der Farbcharakter größtenteils unbeeinflusst ( abhängig vom Verlängerungsfaktor). Sie werden also zur Lichtreduzierung, also zur Reduzierung der durch das Objektiv einfallendenden Lichtmenge verwendet. Diese Lichtreduzierung ist z. B. erwünscht sein, wenn das in das Objektiv einfallende Licht zu stark ist, um lange Belichtungszeiten zu erreichen, oder wenn das zu fotografierende Motiv durch Vorgabe einer offenen Blende sich möglichst deutlich von einem unscharfen Hintergrund abheben soll. Wie unter Punkt. 2.0. bereits beschrieben, lassen sich auch Fließ- und Wischeffekte mit einem Graufilter sehr gut erzielen.Neutralgraufilter werden in Regel nach ihren Filterfaktoren benannt: Ein 2fach-Filter halbiert die einfallende Lichtmenge, ein 4fach-Filter viertelt sie und so weiter. Alternativ werden vor allem bei stärkeren Graufiltern auch die optischen Dichten (OD oder ND) angegeben. Die Bezeichnungen werden somit für den Laien etwas unübersichtlich, ja verwirrend. Mehr dazu unter Punkt 2.4..
Nachfolgende einige Beispiele für die Anwendung von Neutralgraufilter bei Tageslicht:
- Fließende Gewässer
- Wasserfälle
- Getreidefelder im Wind
- Glätten von Wellen
- Glätten von Brandungswellen und deren Gischt
- Entfernung von Personen und Personengruppen z. B. bei Architekturaufnahmen
- Wischeffekte z.B. im Strassenverkehr
2.3.2. Weiter Informationen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Neutral_density_filterhttp://www.graufilter.de/
2.4.1. Anmerkungen zu den Filterfaktoren:
Da bei den meisten Kameras die Verschlusszeiten nur in ganzen Belichtungsstufen (Faktor 2, 4, 8, 16, 32, ?) verlängert werden kann, aber die Filterfaktoren oft ungerade Zwischenwerte haben, wird in der Praxis selten mit der Belichtungszeit, sondern meistens mit der Blende korrigiert. Die folgenden Tabellen zeigen an, welche Filterfaktoren welchen Blendenstufen entsprechen. Zwischenwerte können auf- oder abgerundet werden, weil kleinere Abweichungen bei Langzeitaufnahmen keine wesentlichen Auswirkungen auf ein Bild haben werden. Filterfaktoren sind Richtwerte. Sie sind eine gute Basis für die fotografischen Praxis bei dem Fotografieren mit Neutralgraufilter.
2.4.2. Graufilter und deren Verlängerungsfaktoren:
Nachfolgend eine kleine Auflistung der verschiedenen Neutralgraufilter und deren Verlängerungsfaktoren. Einzelheiten zu den Filterfaktoren und der logarithmischen Dichte findet man in den technischen Merkblättern ( soweit vorhanden ) der jeweiligen Filterhersteller.
Nachfolgend zunächst die Tabelle für die HELIOPAN-Neutralgraufilter.
| Filterfaktor Verlängerungsfaktor |
Blendenreduktion | Filterdichte (ND) Filterbezeichnung |
|---|---|---|
| 2x | 1x | 0,3 |
| 4x | 2-fach | 0,6 |
| 8x | 3-fach | 0,9 |
| 64x | 6-fach | 1,8 |
| 1000x | 10-fach | 3,0 |
| 10000x | 13-fach | 4,0 |
| 100000x | 20-fach | 6,0 |
Nachfolgend die Filterbezeichnungen der Firma B+W bzw. Schneider Kreuznach :
Die Tabelle stellt die Begriffe Filterfaktor, Blendenstufe und Dichte gegenüber.
| Graufilter Filterbezeichnung |
Filterfaktor | Blendstufen Blendenreduktion |
Dichte ( ND) |
|---|---|---|---|
| 101 | 2 | 1fach | 0,3 |
| 102 | 4 | 2fach | 0,6 |
| 103 | 8 | 3fach | 0,9 |
| 106 | 64 | 6fach | 1,8 |
| 110 | 1000 | 10fach | 3,0 |
2.4.3. Hinweis zu den Filterbezeichnungen:
Bedauerlicherweise hat jeder Filterhersteller andere Bezeichnungen, die sich aber immer auf die reduzierte Lichtmenge beziehen, jedoch verwirrend sein können . Zum Beispiel bezeichnet die Firma B+W seine Graufilter mit Artikelnummern, die sich an die Anzahl der Blendenstufen, die das Filter zurückhält, orientiert. So reduziert das BW+W-Filter 106 um 6 Blendenstufen. Es gibt Filterhersteller, die hinter dem Filtertyp (ND) einmal den arithmetischen Faktor, im anderen Fall die logarithmische (zehner) Dichte angeben. Die Bezeichnung ND3 drei kann daher "Filterfaktor 3" bedeuten aber auch die Filterdichte von 3,0 logD bezeichnen, nämlich in diesem Fall 10 hoch 3 = 1000.
2.4.4. Bedeutung der Verlängerungsfaktoren z. B. Filterfaktor 1000
Es bedeutet, dass nur 1/1000stel des einfallenden Lichtes durchgelassen wird. Oder anders ausgedrückt: die Belichtungszeit verlängert sich um Faktor 1000. Dies entspricht ungefährt 10 Blendenstufen, denn 2 hoch 10 ergeben 1024.Der Filterfaktor gibt also die Zahl an, mit der die ( ohne aufgeschraubtem Filter gemessene ) Verschlusszeit multipliziert werden muß, um den Lichtverlust durch einen Neutralgraufilter ausgleichen.
Rechenbeispiel:
Die ohne Filter gemessene Belichtungszeit beträgt: 1/125 Sekunde
Das Neutralgraufilter (ND 3) hat den Filterfaktor: 1000
Damit errechnet sich die Belichtungszeit mit vorgeschraubtem Neutralgraufilter wie folgt:
Neue Belichtungszeit: 1/ 125 * 1000 = 8 Sekunden
Wie Sie sehen, kann eine kleiner Taschenrechner unterwegs bei dem Fotografieren mit Neutralgraufilter ganz nützlich sein. Natürlich kann man sich auch eine Tabelle zulegen und diese mitführen.
2.4.5. Was bedeutet die Filterdichte ?
Der Vollständigkeit hier noch etwas Mathematik. Die Filterdichte gibt das Maß für die Lichtundurchlässigkeit eines Filter an. Sie wird als 10er-Logarithmus angeben:
D = log10 ( E0 / E )
Darin bedeuten :D = die Filterdichte
E0 = die eingestrahlte Lichtmenge
E = die durchgelassene Lichtmenge
Eine Dichte von 1 ist 101: Es geht 1/10 des Lichts durch den Filter. Bei der Dichte 2 geht 1/100 durch den Filter (102 = 100) und bei der Dichte 3 1/1.000 (103 = 1000).
2.4.7. Einige Links:
http://www.graufilter.de/
http://www.hoyaoptics.com/color_filter/neutral_density.htm
hhttp://www.heliopan.de/
http://www.versandhaus-foto-mueller.de/graufilter.html
http://www.fotomayr.de/webkat98/index_fi.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Neutral_density_filter
http://de.wikipedia.org/wiki/Neutraldichtefilter
2.5.1 Vorteile des Cokin-Systems :
Wie Ihnen sicher bekannt sein wird, hat die Firma COKIN ein eigenes Filtersytem herausgebracht, dass auf den ersten Blick wesentlich günstiger und flexibler zu sein scheint. Die Filter bestehen nicht aus mehrfach vergütetem Glas und haben keine Schraubfassung. Dadurch sind sie wesentlich kostengünstiger. Sie benötigen für Ihre Objektive mit unterschiedlichen Objektivdurchmesser jeweils einen Adapterring, auf den dann wiederum der Filterhalter aufgesteckt wird.
- Der günstige Anschaffungspreis kann ein Kaufargument sein
- Paßt auf alle Objektive mit entsprechenden Adapterringen
- Man kann zwei (Slim-Halter ) oder drei Filter gleichzeitig in einen Filterhalter stecken.
2.5.2. Nachteile des Filter-Systems:
- Es gibt keine starken Graufilter
- Die Filter sind aus Kunststoff und demnach sehr kratzempfindlich
- Die Sonnenblende kann nicht mehr auf das Objektiv gesetzt werden
2.5.3. Weitere Informationen
http://www.cokin.com/
2.6.1. Das notwendige Zubehör:
Neben Ihrer Kamera, einem passenden Objektiv sind natürlich noch einige zusätzliche Dinge bei Langzeitaufnahmen mitzuführen:- Ein gutes Stativ mit einem guten Stativkopf
- Falls das Stativ keine Wasserwaage besitzt, eventuell eine Libelle ( Wasserwaage ), die auf die Kamera aufgesteckt werden kann
- Eventuell ein kleiner Taschenrechner
- Einen Kabel oder Fernauslöser, der Belichtungszeiten weit über 30 Sekunden hinaus zuläßt ( siehe Anmerkungen )
- Eventuell eine starke Taschenlampe ( auf jeden Fall für Nachtaufnahmen mitnehmen !)
2.6.2. Hinweis zum Kabel- bzw. Fernauslöser:
Ich habe nur einen Multifunktions Timer-Auslöser und kann diesen nur empfehlen. Dieser Auslöser bietet einstellbare Funktionen wie Selbstauslöser, Langzeitbelichtung, Intervall-Auslösen und Reihenaufnahmen. Eine umfangreiche, deutschsprachige Bedienungsanleitung kann man sich auf der Webseite von WWW.ENJOYYOURKAMERA.de downloaden und dort auch das Gerät bestellen.
Es kostet nur Eindrittel des Preises, den man für das Originalgerät von Canon bezahlen muß. Alle Funktionen kann man einzeln und in beliebiger Kombination nutzen. Der Timer lässt sich sekundengenau einstellen, z.B. eine Aufnahme alle 4 Sekunden oder eine Auslösung mit einer 37-sekündigen Verzögerung. Der Timer hat einen zweistufigen Auslöseknopf. Beim ersten Druckpunkt fokussiert die Kamera, beim zweiten löst sie aus. Für manuelle Langzeitbelichtungen lässt sich der Auslöser mit einem Schieber arretieren. Dann zählt die Stoppuhr des Timers aufwärts bis die Aufnahme beendet wird. Einfache, intuitive Program- mierung. Die Bedienung ist unkompliziert und schnell zu erlernen, denn die verschiedenen Modi lassen sich ganz einfach über die Cursor-Tasten anwählen und programmieren.
2.6.2. Techn. Details des Fernauslöser:
Verzögerte Auslösung: 1s - 99h 59min 59s, Langzeitbelichtung bis 99h 59min 59s, Intervall: 0s - 99h 59min 59s im Sekundentakt, Serienaufnahmen: 1-399 oder unendlich Stromversorgung: 2x AAA-Batterien (Mikro-Zellen), Maße: 11 x 4,5 x 2,2cm,Gewicht: 72g, Kabellänge: 90cm.
Text (auszugsweise ) und Bild mit freundlicher Genehmigung von www.enjoyyourkamera.de
2.6.3. Einige Links:
http://www.enjoyyourcamera.com
http://www.canon.de/
Nachfolgende die notwendigen "Arbeitsschritte" bei der Durchführung einer Langzeitbelichtung mit einem Neutralgraufilter bei Tageslicht.
Bitte bedenken Sie, dass ab einer Dichte von 3 ( Neutralgraufilter ND 3 mit einer Verlängerungsfaktor von 1000 ) ein Filter nahezu schwarz ist und damit undurchsichtig. Eine Scharfeinstellung mittels Autofocus ist so nicht mehr möglich. Ebenso ist eine Belichtungsmessung durch das Objektiv nicht möglich.
Das Neutralgraufilter (ND 3) hat den Filterfaktor: 1000
Damit errechnet sich die Belichtungszeit mit vorgeschraubtem Neutralgraufilter wie folgt:
3. Langzeitbelichtungen ohne Neutralgraufilter
Bitte bedenken Sie, dass ab einer Dichte von 3 ( Neutralgraufilter ND 3 mit einer Verlängerungsfaktor von 1000 ) ein Filter nahezu schwarz ist und damit undurchsichtig. Eine Scharfeinstellung mittels Autofocus ist so nicht mehr möglich. Ebenso ist eine Belichtungsmessung durch das Objektiv nicht möglich.
2.7.1. Arbeitsschritte
- Kamera mit Objektiv auf dem Stativ befestigen.
- Bildausschnitt auswählen.
- Die passende Blende einstellen.
- Der Weissabgleich Ihrer Kamera sollte auf Tageslicht eingestellt sein.
- Mit eingeschaltetem Autofocus scharfstellen.
- Die gemessene Belichtungszeit und Blende merken !
- Eine Probeaufnahme (ohne Neutralgraufilter !) durchführen.
- Das Probebild auf dem Kameradisplay beurteilen.
- Kamera auf manuelle Belichtung ( bzw. BULB-Modus) einstellen.
- Wenn an Ihrer Kamera möglich, Spiegelvorauslösung einschalten.
- Je nach berechneter Verschlußzeit den Selbstauslöser aktivieren/einstellen - oder den Fernauslöser ( bei über 30 Sekunden Belcihtungszeit ) an die Kamera anschliessen.
- Das Neutralgraufilter vorsichtig auf das Objektiv schrauben ( den Fokus/MF nicht mehr verändern !).
- Die ermittelte Belichtungszeit ( Punkt 6, Berechnung siehe unten unter 2. Hinweis ) mit der Verlängerungsfaktor des Graufilters multiplizieren und die Blende sowie die errechnete Belichtungszeit einstellen.
- Autofocus der Kamera abschalten.
- Den Bildstabilisator ( wenn vorhanden ) an dem Objektiv abschalten.
- Kamera auslösen.
- Bei langen Belichtungszeiten unbedingt eine Belichtungsreihe durchführen !
2.7.2. Hinweis zur Okularabdeckung:
Jede Spiegelreflexkamera läßt während der Aufnahme durch den Sucher Streulicht hindurch. Unter "normalen" Belichtungssituationen ist diese Tatsache nicht von praktischer Bedeutung. Allerdings sollte man bei Langzeitaufnahmen mit einem Graufilter diesen Effekt berücksichtigen und den Sucher zur Not mit den Daumen vorsichtig abdecken. Besser ist es jedoch, wenn man die an dem Kameragurt ( Schulterriemen ) befestigte Okularabdeckung verwendet und entsprechend Ihrer Bedienungsanleitung auf das Sucherokular befestigt.
2.7.3. Berechnung der Belichtungszeit bei Verwendung eines Graufilters:
Die ohne Filter gemessene Belichtungszeit beträgt: 1/125 SekundeDas Neutralgraufilter (ND 3) hat den Filterfaktor: 1000
Damit errechnet sich die Belichtungszeit mit vorgeschraubtem Neutralgraufilter wie folgt:
Neue Belichtungszeit: 1/ 125 * 1000 = 8 Sekunden
Wie Sie sehen, kann eine kleiner Taschenrechner unterwegs bei dem Fotografieren mit Neutralgraufilter ganz nützlich sein. Natürlich kann man sich auch eine Tabelle zulegen und diese mitführen.
2.7.4. Hinweis zur Belichtungsmessung:
Solange die Belichtungszeiten noch unter 30 Sekunden liegen, könnte man ja die Belichtungsmessung mit aufgeschraubten Neutralgraufilter durchführen. Ich habs mehrfach probiert und habe regelmäßig unterbelichtete Aufnahmen erhalten. Mit anderen Worten, die oben angegebene Reihenfolge bei der Durchführung einer Langzeitaufnahme bei Tageslicht sollte eingehalten werden. Bitte unbedingt nach einer Aufnahme die korrekte Belichtung am Kameradisplay überprüfen. Gegebenenfalls eine Belichtungsreihe durchführen. Bei einer Belichtungsmessung mit aufgeschraubtem Neutralgraufilter ist eine Belichtungsreihe ( + 1 und +2 Blenden z. B. ) empfehlenswert.
Das Fotografieren in der Dämmerung oder bei Nacht hat mich schon imer fasziniert. Meistens war ich jedoch zu faul ein Stativ mitzunehmen. Inszwischen habe ich feststellen müssen, dass mir viele Jahre eines der interessantesten Kapitel der Fotografie auf grund meiner Faulheit ( kein Stativ dabei !) verborgen blieb. Nach einer intensiven Einarbeitung in dieses Thema habe ich großen Gefallen daran gefunden, gerade dann zu fotografieren, wenn andere Ihre Kameraausrüstung einpacken. Bekannte Motive erhalten gerade durch die Langzeitbelichtung in der Dämmerungsphase bzw. bei völliger Dunkelheit einen besonderen Reiz.
3.1. Die Schärfentiefe
Belichtungszeit: 15 sec; Blende 16; ISO 100;
Das Thema soll nur kurz angeschnitten werden. Im Internet gibt es dazu ausführliche Informationen. Unter Schärfentiefe versteht man jenen Bereich in einem Foto, in dem die Objekte scharf abgebildet werden. Die Schärfentiefe ist abhängig von der Blende und der Brennweite, aber auch von dem Grad der Vergrößerung des Subjekts. Landschaftsaufnahmen empfinden wir meist als gelungen, wenn das Bild vom Vordergrund bis Hintergrund durchgehend scharf ist. Das Bild verfügt dann über eine große Schärfentiefe. Die Schärfentiefe hängt aber auch von dem Zerstreuungskreis- durchmesser ( siehe Punkt. 3.2.6 ) ab, der bei der CANON 40 D 1/1500 der Sensordiagonale ( mit 27 mm = 0,019 mm ) entspricht.
Es gelten folgende Regeln:
3.2. Die hyperfokale Distanz
- Je größer die Blendenöffnung ( 2,0 / 2,8 ) desto geringer die Schärfentiefe der verwendeten Brennweite
- Je kleiner die Blendenöffnung ( 16 / 22 ) desto größer die Schärfentiefe der eingestellten Blende
- Je kürzer die Brennweite ( Weitwinkelobjektiv 10 mm / 20 mm ) desto größer die Schärfentiefe
- Je länger die Brennweite ( Teleobjektiv 135mm / 200mm ), desto kleiner die Schärfentiefe
- Je weiter weg der Schärfepunkt eingestellt ist, desto größer die Schärfentiefe
- Je näher dran der Schärfepunkt eingestellt ist, desto kleiner die Schärfentiefe
Einige Links:
http://timmermann.tv/technik/schaerfentiefe.php
http://www.flaschenboden.de/schaerfentiefe.html
http://www.puchner.org/Fotografie/technik/fotografieren/schaerfentiefe.htm
http://www.foto-seminare.de/Workshops/Fortgeschrittene/Themen/Tiefenschaerfe/Tiefenschaerfe01.htm
3.2.1. Hinweis zum Arbeiten mit der hyperfokalen Distanz:
Die Ermittlung und das Arbeiten mit der Hyperfokalen Distanz macht nur Sinn bei kurzen Brennweiten. Bei Teleobjektiven wird bekanntlich der Schärfebereich sehr klein, daher ist das Arbeiten mit der hyperfokalen Distanz unnötig.
3.2.2. Objektive ohne Entfernungsskala:
Für solche Objektive ist die Ermittlung der hyperfokalen Distanz nutzlos.
3.2.3. Objektive mit Schärfentiefenskala:
Abgesehen von den Objektiven, bei denen die Schärfentiefenskala so klein ist, dass sie zu nichts zu gebrauchen ist, können Sie die Distanz direkt an der Schärfentiefenskala einstellen. Angenommen, Sie wollen mit Blende 11 fotografieren, können Sie den Schärfering an dem Objektiv so drehen, dass das Unendlich - Symbol ( die liegende Acht ) über der gewählten Blende befindet. Dadurch erzielen Sie den notwendigen Schärfebereich.
3.2.4.Die hyperfokalen Distanz:
Eine kleine Blende ist in der Landschaftsfotografie, egal ob bei Tageslichtaufnahmen oder bei Dämmerungs- oder Nachtaufnahmen ein wichtiges Kriterium für ein scharfes Foto. Die Frage nach der geeigneten Blende stellt sich dann , wenn ein ( mehr oder weniger ) durchgehend scharfes Foto erhalten werden soll. Bekanntlich läßt eine kleine Blende weniger Licht durch, erhöht aber die Verschlußzeit ( Stativ ?) und bewirkt damit eine größere Schärfentiefe. Ignorieren wir einmal gestalterische Beispiele für den Einsatz von Unschärfebereiche in einem Foto, gehen wir einmal davon aus, dass bei Landschaftsaufnahmen eine komplett scharfes Foto gewünscht wird.
Welche Blende ist nun notwendig, um bei Landschaftsaufnahmen am Tage , aber auch während der Abend- und Nachtstunden ein komplett scharfes Foto zu erhalten ? Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es nicht die kleinste Blende ist. Bei kleinster Blende nimmt zwar die Schärfentiefe zu, jedoch kommt es an den Lamellen der Blende zu einer sogenannten Lichtbeugung, d.h. das Licht wird abgelenkt und führt zu einer Verschlechterung der Schärfe. Wie wird nun die günstigete, also beste Blende ermittelt ? Hier kommt der schreckliche Begriff der hyperfokalen Distanz ins Spiel.
- Die Hyperfokaldistanz- auch als Nahpunkt der Unendlichkeitseinstellung - bezeichnet, gibt den dichtmöglichsten Punkt im Nahbereich an, von dem aus bis zum Hintergrund komplett alles scharf abgebildet wird.
- von der Diagonalen des Bildsenors
- von der verwendeten Brennweite
- von der eingestellten Blende
Hyperfokale Distanz = b2 / f *z
Darin bedeuten:
b = Brennweite, f = Blende Z = Zerstreuungskreisdurchmesser
Mit Hilfe dieser Formel kann der Beginn des Schärferaumes bis zur Unendlichkeit, der dann auch im Dunkeln Ihr Motiv erfasst, ermittelt werden.
3.2.6. Der Zerstreuungskreis:
Der Zerstreungskreis dienst zum Vergleich von Schärfentiefen. Normalerweise sollen im Focus eines Objektives Lichtstrahlen in einem Punkt zusammen zusammen kommen So wird eine scharfe Abbildung erhalten. Lichtstrahlen, die nicht in diesem Focus liegen, sondern dahinter oder davor bilden ihren Schnittpunkt nun auch vor oder hinter dem Focus, also der Bildebene ab ( also vor oder hinter dem Sensor ). Dadurch wird an diesem Focus kein unendlich kleinen Punkt abgebildet, sondern einen Kreis. Um noch scharf zu erscheinen, darf ein Zerstreuungskreis nur eine bestimmte Größe besitzen. Diese maximale Größe kann errechnet werden. Dabei geht man davon aus, dass ein Bild dann noch scharf erscheinen muß, wenn der Betrachtungsabstand so groß, ist wie die Diagonale des Bildes. Der Zerstreuungskreisdurchmesser einer EOS 40D liegt bei 0,019 mm. Für andere Kameras werden die jeweiilgen Datenblätter Auskunft geben. Wichtig, die Werte sind für jede Kamera und jede Brennweite anders !
Es ist natürlich naheliegend, dass kein Fotograf Lust hat, nachts noch zusätzlich mit seinem Taschenrechner zu hantieren um auf diese Weise die optimale Blende zu berechnen. Deshalb findet man im Internet eine große Anzahl von Tabellen und Rechenprogramme, die solche Daten berechnen, wenn die entsprechenden Ausgangsdaten vorliegen. Eine wirklich gute Hilfe zu Ermittlung der richtigen Blende ist die DOF-Tabelle, mit deren Hilfe auch die hyperfokale Distanz ermittelt werden kann. Bei http://www.dofmaster.com/dofjs.html können sich Ihre Daten speziell für Ihre Kamera, Ihrem Objektiv und der Blende berechnen. Dazu im nächsten Kapitel mehr.
3.2.7. Weitere Informationen
http://gebanntemomente.de/content/artikel/57
http://de.wikipedia.org/wiki/Zerstreuungskreis
http://www.elmar-baumann.de/fotografie/java/hilfe/schaerfentieferechner-zk-tabelle.html
http://fcalc.net
http://tangentsoft.net/fcalc
http://www.fotocommunity.de/info/Tiefenwirkung
http://www.piart-plus.de/foto/vorles/dbc.htm
http://www.fotoreflexion.de/foto_lexikon_optik.html
http://www.dofmasterfer.com
3.3.1. Hinweis zum Arbeiten mit der hyperfokalen Distanz:
Beachten Sie aufgeführten Hinweise in Kapitel 3.2.Die Ermittlung und das Arbeiten mit der Hyperfokalen Distanz macht nur Sinn bei bei kurzen Brennweiten. Bei Teleobjektiven wird bekanntlich der Schärfebereich sehr klein. Da ist eine Einstellung der hyperfokalen Distanz nicht mehr von Nutzen.
3.3.2. Hinweis zu den geeigneten Objektiven:
Ja, zu analogen Zeiten waren die Objektive nicht nur mit einer Tiefenschärfenskala ausgestattet, sondern hatten selbstverständlich auch eine Entfernungsskala. Früher hatte jedes Objektiv zudem noch Markierungen, an denen man für jede Blende die DoF direkt ablesen konnte. Leider gehen heutzutage, im Zeitalter der digitalen Fotografie und der Autofokuskameras Hersteller dazu über, sogar die Entfernungsskala wegzulassen. Wenn Sie also ein Objektiv ohne Entfernungsskala besitzen, können Sie mit der hyperfokalen Distanz nichts bewerkstelligen.
3.3.3. Die Dofmaster-Tabelle
Wie im letzten Kapitel angedeutet, gibt es im Internet reichlich Tools zur Berechnung der Tiefenschärfe bzw. zur Berechnung der hyperfokalen Distanz. Nur, was nützen einem diese Berechnungsprogramme, wenn man nicht online, sondern gerade unterwegs auf einer Fototour ist ? Nun, wer im Besitz eines Palms ist, der kann sich vielleicht damit helfen. Aber wer solch ein Gerät nicht hat, muß anders zu Werke gehen.Auf der Webseite www.dofmaster.com kann man sich eine Tabelle mit seinen Kamera- und Objektivwerten erstellen. Dazu muß das bereitgestellte Programm DOFmaster Hyperfocal Chart heruntergeladen werden. Sie können mit dem Programm ein Tiefenschärfe-Diagramm nach Ihren Angaben generieren und ausdrucken. Unterstützt werden die Brennweiten zwischen 1 mm und 1.000 mm sowie Blendenwerte bis zu f / 64. Die Tiefenschärfe kann sowohl in Feet (ft.) oder in Meter (m) ausgedruckt werden. Wie zu erkennen ist, werden in die Berechnung Filmformat bzw. Sensorgröße mit einbezogen, sei es 35-mm-Kleibildfilm, APS-, 6x6"-, 6x7"-, 6x9"-, 4x5"-, 5x7"- oder 8x10"-Mittelformat.
Das Dofmaster-Programm zur Ermittlung der hyperfokalen Distanz
In der obigen Tabelle wurden der Brennweitenbereich ( 24-105 mm ) eines Objektives mit der Lichtstärke von 1:4 eingegeben. Ergänzend benötigen Sie noch den Zerstreungskreisdurchmesser Ihrer Kamera. Entsprechende Daten für fast alle gängigen Digitalkameras finden sich auf der Webseite http://www.dofmaster.com/doftable.htm. für eine CANON 40 D beträgt dieser "Circle auf confusion" 0,019 mm. Wenn Sie alle Daten eingegeben und die Grösse der Tabelle ( im Beispiel 5x 7 inches ) ausgewählt haben wird die Tabelle auf der rechten Seite des Programmfensters entsprechend Ihren Angaben angezeigt. Sie können sich diese auch anschließend ausdrucken.
3.3.4. Erläuterung/Beispiel:
In der obigen Tabelle soll die hyperfokale Distanz für das Objektiv mit der Lichtstärke 1:4 und dem Brennweitenbereich 24-105 mm bei einer eingestellten Brennweite von 50 mm ( siehe X - Achse ) ermittelt werden. Es soll mit einer Blende von f = 11 fotografiert werden. Wie Sie erkennen können, ermittelt sich die hyperfokale Distanz auf der rechten Y-Achse zuErmittelte hyperfokale Distanz : 11,5 Meter. Dieser Wert ist nun an Ihrem Objektiv einzustellen. Damit haben Sie dann eine durchgehende Tiefenschärfe von 11,5 Metern bis Unendlich.
3.3.5. Berechnung mit dem Taschenrechner:
Es soll die hyperfokaule Distanz für ein Objektiv mit dem Brennweitenbereich ( 24-105 mm ) und der Lichtstärke von 1:4 bei einer eingestellten Blende 11und einer eingestellten Brennweite von 50 mm berechnet werden. Der Zerstreungskreisdurchmesser der CANON 40 D beträgt 0,019 mm. Es gilt die bereits in Kapitel 3.2 vorgestellte Formel zur Berechnung der hypofokalen Distanz:
Hyperfokale Distanz = b2 / f *z
Darin bedeuten:
b = Brennweite, f = Blende Z = Zerstreuungskreisdurchmesser
Mit den obigen Werten erhalten wir :
Hyperfokale Distanz = 50 mm x 50 mm / 11 * 0,019 mm = 11962 mm = 11,9 m
Dieser Wert ist nun an der Entfernungsskale Ihres Objektives einzustellen.
3.3.6. Weitere Informationen
Download des DofMaster-Programmes = Ermittlung der hyperfokalen Distanz
http://www.dofmaster.com/charts.html
http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/sonstiges/103459/dofmaster_hyperfocal_chart_05/
Kameraspezifischen Zerstreuungskreiswerte ( Circle of Confusion) gibt es hier:
http://www.dofmaster.com/digital_coc.html
http://www.dofmaster.com/doftable.html
A-DEP steht für Auto Depth of Field = Schärfentiefenautomatik. Bei den EOS-Kameras wird statt einer richtigen Schärfentiefenskala ein Schärfentiefe-Programm angeboten. Dabei werden sämtliche Autofocusmeßfelder aktiviert und die zum Erreichen der benötigten Schärfentiefe erforderlich Blende wird automatisch eingestellt. Die Kamera versucht, mittels den vorhandenen Lichtverhältnissen den Schärfenbereich wie gemessen einzustellen.
Bei Einsatz dieser Funktion muß man damit rechnen, dass ein Stativ notwendig wird. Natürlich kann man das Stativproblem mit einer Erhöhung der ISO-Zahl eventuell umgehen. Wenn bei trübem Wetter mit einem 100 mm Objektiv zwischen einem Baum in 5m Abstand und einer Bergspitze am Horizont scharf gestellt werden soll, gibts gewiß Probleme. Am besten wird dieser A-DEP-Modus sicher bei schönsten Sommerwetter funktionieren und mit einem Weitwinkel. Ob dann dieser Modus noch Sinn macht ?
3.5.Durchführung einer Langzeitbelichtung bei Restlicht (in der Dämmerungsphase)
Bei Einsatz dieser Funktion muß man damit rechnen, dass ein Stativ notwendig wird. Natürlich kann man das Stativproblem mit einer Erhöhung der ISO-Zahl eventuell umgehen. Wenn bei trübem Wetter mit einem 100 mm Objektiv zwischen einem Baum in 5m Abstand und einer Bergspitze am Horizont scharf gestellt werden soll, gibts gewiß Probleme. Am besten wird dieser A-DEP-Modus sicher bei schönsten Sommerwetter funktionieren und mit einem Weitwinkel. Ob dann dieser Modus noch Sinn macht ?
Nachfolgende die notwendigen "Arbeitsschritte" bei der Durchführung einer Langzeitbelichtung ohne Neutralgraufilter in der Abenddämmerung bzw. in der Nacht. Neutralgraufilter sind natürlich auf Grund der Lichtverhältniss überflüssig, gegebenfalls kann man in den Dämmerungsstunden ein Polfilter einsetzen. Nehmen Sie unbedingt eine gute Taschenlampe mit !
Hinweis zur Okularabdeckung: Jede Spiegelreflexkamera läßt während der Aufnahme durch den Sucher Streulicht hindurch. Unter "normalen" Belichtungssituationen ist diese Tatsache nicht von praktischer Bedeutung. Allerdings sollte man bei Langzeitaufnahmen das Okular mit der am Kameragurt ( Schulterriemen ) befestigten Okularabdeckung abgedecken.
3.6. Durchführung einer Langzeitbelichtung in der Nacht
- Kamera mit Objektiv auf dem Stativ befestigen.
- Bildausschnitt auswählen.
- Die passende Blende einstellen.
- Der Weissabgleich Ihrer Kamera sollte auf Tageslicht eingestellt sein.
- Mit eingeschaltetem Autofocus scharfstellen.
- Kamera auf manuelle Belichtung ( bzw. BULB-Modus) einstellen.
- Wenn an Ihrer Kamera möglich, Spiegelvorauslösung einschalten.
- Je nach berechneter Verschlußzeit den Selbstauslöser aktivieren/einstellen - oder den Fernauslöser ( bei über 30 Sekunden Belcihtungszeit ) an die Kamera anschliessen.
- Die ermittelte Belichtungszeit einstellen.
- Den Bildstabilisator ( wenn vorhanden ) an dem Objektiv abschalten.
- Die ermittelte, hyperfokale Distanz auf der Entrfernungsskala des Objektives einstellen Berechnung der hyperfokalen Distanz siehe Kapitel 3.4.
- Kamera auslösen.
- Eventuell eine eine Belichtungsreihe durchführen !

Belichtungszeit: 4 sec; Blende 16; ISO 100; Brennweite: ca. 80 mm
Nachfolgende die notwendigen "Arbeitsschritte" bei der Durchführung einer Langzeitbelichtung ohne Neutralgraufilter in den Nachtstunden. Nehmen Sie unbedingt eine gute Taschenlampe mit !
- Kamera mit Objektiv auf dem Stativ befestigen.
- Bildausschnitt auswählen.
- Autofocus abschalten.
- Die Kamera auf das gewünschte Motiv manuell scharfstellen - wenn möglich.
- Kamera auf manuelle Belichtung ( bzw. BULB-Modus) einstellen.
- ISO-Zahl so hoch wie möglich einstellen z. B. auf ISO 3200.
- Blende ganz öffnen.
- Die Belichtungszeit auf einen beliebigen Wert einstellen.
- Mit eingeschaltetem Autofocus scharfstellen.
- Kamera auslösen.
- Das Bild im Display Ihrer Kamera beurteilen.
- Falls kein korrekt belichtetes Bild erhalten wurde gegebenenfalls Blende und/oder Belichtungszeit variieren.
- Die Belichtungsdaten für ein korrekt belichtetes Bild merken. ( z. B. ISO 3200, Blende 11, Belichtungszeit 15 Sekunden ).
- Wegen dem Bildrauschen bei ISO 3200 nun auf ISO 100 einstellen und die Belichtungszeiten für die Blende 11. entsprechendent umrechnen. ISO 3200 bedeutet, dass die Empfindlichkeit 32x höher ist, als bei ISO 100. D.h. es wird die Belichtungszeit von 15 Sekunden ( bei ISO 3200) mit 32 multipliziert. Die Belichtungszeit beträgt also bei ISO 100 und Blende 11 480 Sekunden bzw. 8 Minuten.
- Wenn an Ihrer Kamera möglich, Spiegelvorauslösung einschalten.
- Denn Fernauslöser an die Kamera anschliessen.
- Die ermittelte Belichtungszeit einstellen.
- Den Bildstabilisator ( wenn vorhanden ) an dem Objektiv abschalten.
- Kamera auslösen.
Hinweis zur Okularabdeckung:
Jede Spiegelreflexkamera läßt während der Aufnahme durch den Sucher Streulicht hindurch. Unter "normalen" Belichtungssituationen ist diese Tatsache nicht von praktischer Bedeutung. Allerdings sollte man bei Langzeitaufnahmen das Okular mit der am Kameragurt ( Schulterriemen ) befestigten Okularabdeckung abdecken.
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